Kirchplatz / St. Liobaplatz


Der alte Kirchplatz war um dem Kirchturm herum. Also auch heute noch deutlich als Platz erkennbar. Wenn auch nun als St. Lioba-Platz benannt. Tauberbischofsheim wurde ziemlich St. Liobasiert. Das hohe Alter des Kirchplatzes führt dazu, dass es einige Sagen um diesen Bereich gibt. 

 

Der alte Galerie besaß einen Erdspiegel (Siehe TuD 117. Der Erdspiegel 55). Er sah in seinen Zauberspiegel und sah Gold vergraben beim Kirchturm. Als er nochmals in den Spiegel blickte, zeigt sich aber ein Totenkopf. Deshalb beendete er sein Graben nach dem Gold. Als er starb, wollte er, dass der Spiegel in den Backofen geworfen und angezündet wird. Als der Spiegel brannte, knallte und donnerte es. Das Gold fand man dann beim Bau der Wasserleitung 1893. Schulkinder nahmen gelblich scheinende Erde mit und brachten sie nach Hause. Dort entdeckte man, dass es Gold war.


Um die Ölbergskapelle am Konvikt waren früher sagenhafterweise zwei schwarze Hunde zu sehen. Die Ölbergskapelle gibt es allerdings nicht mehr. Die Figuren der Ölbergsgruppe sind inzwischen an der Außenwand der St. Martinskirche angebracht. In der Sakristei der alten Stadtkirche ging ein schwarzer Pudelhund um, ebenso rund um das Klösterle und besonders an der Stelle des Goldmünzenfundes aus dem Jahre 1893


Die St. Sebastianuskapelle ist ein echtes bauästhetisches Juwel Tauberbischofsheims. Einprägsam auch das ehemalige Pfarrhaus direkt daneben. Die Höhe dominiert die Neugotik der St. Martinskirche, der Kirchturm, das hohe Kirchenschiff.


 

Schwach ausgeprägt ist die Seite des Liobaplatzes zur Liobastrasse / Pfarrgasse hin. Ein großer unnutzbarer Rasenplatz besetzt die Flächen, die früher eng an die Kirche heranreichende Häuser einnahmen. Für diesen ominösen Rasenplatz - der kurzzeitig mal die Jünger der Ölberggruppe beherbergte - wurde die Seele des Büschemer Arbeitslebens genichtet: Das einmalige Häckerhaus, das Sammlungshaus der Weinbergshäcker, der Weinbruderschaft. Und nicht nur dieses. Die katholische Pfarrgemeinde hat sich unvergeßlich in die Vernichtung, fast vollständig gelungen, des ehemaligen Pfarrviertels eingereiht. Um einen elenden leeren Platz vor der Neugotik der Stadtkirche zu schaffen. Den keiner nutzt. Den keiner braucht. Um der reinen Anschauung einer neugotischen Kirche willen. Sie hatte weitere Abrißkumpanen: Landratsamt gegen Riedernhof, Mainkaufhaus, Volksbank, Investoren der 80er. Für diese Sünde müßte die katholische Pfarrgemeinde bzw. deren Gemeinde- und Stiftungsräte eine ordentliche Ohrenbeichte ablegen. Und ordentliche Buße. Stattdessen wird von einer allgemeinen Zustimmung zur Freiräumung der Häuserzeilen schwadroniert. Als ob die Stadtkirche überhaupt so einen leeren Rasenplatz vor sich benötigte, um angeschaut zu werden. Die Stadtkirche wirkt auch wie eine alte Kirche, ein Münster, ein Dom, wenn sie vor dem Besucher direkt und unmittelbar empor steigt, in die Höhe des Kirchenschiffes, des Kirchturmes. Und das Büschemer Kirchenschiff, der Kirchturm, gehen richtig in die Höhe.