Hungerquelle


Die Büschemer Gemarkung quellt nicht über. Sie ist keine Landschaft vieler Quellen. Und besonders keiner wasserreicher Quellen. Die Quelle im Daawärdle liegt knapp neben der Gemarkungsgrenze sogar auf Dittigheimer Seite. Unerhört. Das Silberbrünnle gibt von allen Büschemer Quellen das meiste Wasser. Der Fronbrunnen ist dagegen durch Straßenbau und Gewerbeansiedlung nicht mehr erkennbar, ein bescheidener Graben, wie er halt heute zur Entwässerung von Straßen dient. Mehr Graben als Brunnen. Der Moosigbrunnen liegt sehr versteckt in der Edelbergshohle und gibt ein paar Tropfen. Die Quelle im Wörnersgrund ist nicht mehr als solche lokalisierbar. Die Hungerquelle am Edelberg trägt ihren Zustand im Namen. Verhungert mehr als das sie fließt. Abseits eines immer mehr zuwachsenden Weges am Fuß des Edelberges - zwischen Edelberghohle und Edelberg, nach der Landstraßenbrücke über die Edelberghohle - zu finden, aber nicht als konkreter Ort einer einzigen Quelle. Alle vierzig Jahre soll die Hungerquelle Wasser spenden. Aber mehr ein Heraussickern als klares Fließen. Die Vegetation scheint in diesem Bereich etwas fetter zu sein als die thermophile Pflanzenwelt am südlichen Hang des Edelberges. Bei einer 40jährigen Wiederkehr des Quellenausflusses kann fast ein Leben vergehen, ohne dass man die Wässerchen der Hungerquelle herauströpfeln sieht und sich dann sogar in Richtung der Edelbergshohle bewegen sollen. Hier würde sich das Aufstellen einer Videokamera in einem langjährigen Langzeitprojekt lohnen. Erste bewegte Bilder vom Hungerquellenwasser und ihrem Hervortreten in die Büschemer Gemarkung und Geschichte. So bescheiden das auch vorgehen mag und so peripher. Und so selten. Es gibt eine schlechte Seite des Hungerquellenfließens. Nach der Sage wird damit angekündigt, das dann im folgenden Jahr eine schlechte Ernte folgt. Also Hungerzeiten. Die kündigt die Hungerquelle mit ihrem seltenen Fließen an. Von daher hat sie auch ihren Namen.