Impfinger Weg - Grünsfelder Weg

Einer der unbekanntesten alten Wege auf Büschemer Gemarkung. Da heißt es aufmerken. Denn der Weg von Grünsfeld nach Impfingen, der Impfinger Weg aus Grünsfelder Sicht, der Grünsfelder Weg aus Impfinger Sicht, tangiert die Büschemer Gemarkung, führt aber nicht auf Büscheme zu. Umgeht also Büscheme. Kein Wunder dass dieser Weg keine Rolle im Büschemer Bewußtsein mehr spielt. Aber der Weg klärt zwei wichtige Büschemer Rätsel. Das Kreuzigungsbild am Forstbuckel von 1666 und das Feldkreuz im Forstgrund. Der Kreuzigungsbildstock steht abseits der Alten Straße an einem Weg, der nicht weiterführt. Für einen Bildstock der aufgestellt wird, um an bedeutenden Stelle die Vorbeigehenden zu gemahnen, eine sehr abseitige Lage. Ebenso unklar die Herkunft des Feldkreuzes im Forstgrund, da dieser Weg bisher als Weg in den Forstwald gilt, aber nicht als ein Weg in Richtung einer Ortschaft.


Mit Hendrik Beierstettel diskutiere ich oft über alte Wege, Hohlwege, alte Straßen, Geleitwege. Einen alten Planauszug aus der Grünsfelder Chronik konnten wir wegen des schwierigen Darstellungsstiles nur wenig interpretieren. Auffällig aber war die Kennzeichnung als Impfinger Weg. Manchmal braucht es länger, bis einem da die Erkenntnis trifft, dass dieser Weg, der fast parallel zum Paimarer Pfad die Ackerflächen vom Rödersteingraben hoch zum Moosig, führt, der Weg von Grünsfeld nach Impfingen ist. Man sieht halt doch auf der eigenen Gemarkung vieles mit der Büschemerischen Brille. Und dass ein Weg auf Büschemer Gemarkung nicht zentral auf den Stadtkern zielt, muß man auch erst mal verstehen. Der Gewannnamen Impfinger Steige gab zudem wichtige Hilfe bei der Einordnung. 


Am Moosig treffen sich Impfinger Weg und Paimarer Steige, führen nun an den Forstanfang und die Alte Straße. Nun kommt der Impfinger Weg zu seiner Bedeutung. Beim Abzweig zum Kreuzigungsbildstock. Der Kreuzigungsbildstock steht am Impfinger Weg. Wird also auch möglicherweise eher von Grünsfeldern oder Impfinger aufgestellt worden sein. Vom Bildstock ging es dann runter in den Forstgrund. Und nicht irgendwie weiter in Richtung des Forstes. Dort findet der Weg das Feldkreuz. Wenn hier Verkehr war von Grünsfeld nach Impfingen und umgekehrt, dann kann es hier auch einen Vorfall, wohl einen tödlichen, gegeben haben. Denn dieser ist Anlaß, ein Sühnekreuz aufzustellen. 


Vor dem Forst führt der Weg dann in Richtung Teufelsloch, zur Grenze der Gemarkung Großrinderfeld - Bischofsheim, dann Großrinderfeld - Impfingen. Damit bekommt auch dieser versteckte Weg, mit zahlreichen Grenzsteinen begleitet, seine Bedeutung zurück. Dann verläßt der Impfinger Weg den Waldweg, zieht die zum Teufelslochgrund abfallenden Ackerflächen hoch zum Lohnweg. Von da aus über das Gewann Grünsfelder Weg zum Hohen Weg. Und damit runter nach Impfingen. So konnte man von Impfingen nach Grünsfeld und umgekehrt auf einem Direktweg gelangen.


Nach langer Zeit kehrt der Impfinger Weg / Grünsfelder Weg wieder nach Büscheme zurück. Ist verortbar und verbindet damit auch zwei bisher einsam isoliert steinerne Wegzeugen. Das Kreuzigungsbild und das Sühnekreuz.