Sprait - Sprat

Steiler Hang, Weg mit Robinen bepflanzt. Inzwischen sind viele frühere Freiflächen überwuchert, nicht mehr zugänglich. Oben bei der Hütte, in der Nähe der Kapelle wunderte man sich früher über die vielen Löcher im Erdboden. Nachwirkungen von Bohrungen nach Quecksilber um 1909 herum. Man hatte Quecksilber gefunden. Allerdings gab es nur ein sehr bescheidenes Lager, wie man bei den Probebohrungen feststellen mußte. So blieb Tauberbischofsheim Bergwerklos. Der Name Sprait, Sprat, Spreytt, Spraith gibt einige Rätsel auf. Kommt er von eher von spreiten, also ausbreiten? Von der Vorstellung einer Hochebene ganz oben? Oder eher Spreite, dem Gebüsch, den Sträuchern? Die es auf dem Sprait massenweise gibt.

 

Manchmal ist auch von einem Steinbruch auf dem Sprait die Rede (Siehe BBB, S. 14). Hier gehen unsichtbare Holzhacker ihr Ümgehnerisches Handwerk nach. Sind also nur zu hören. Der Steinbruch befand sich auf dem Gelände des Schützenvereins. Ganz hinten sind noch Reste erkennbar.


Der Weg den Spraat / Sprait hoch ist beeindruckend. Großartiger Hohlweg. Das weist auf eine intensive Nutzung als Weg hin. Auf die Nutzung mit beladenen Wägen. Die sich immer tiefer eingruben. Der obere Weg den Spraat hoch war bis ca. 1770 der Geleitweg bis Miltenberg. Der untere Teil, die Spraithohle war mit ihren engen Windungen nicht als Fuhrweg geeignet. Deshalb begann der Geleitweg von Büscheme Richtung Miltenberg beim Schaftor der Vorstadt über den heutigen Kirchweg hoch. Dann folgte beim sogenannten Richtschwertkreuz der Wechsel auf den Weg zum oberen Sprait hoch.


Ein Aktenfund von Hendrik Beierstettel unterstreicht den Verfall des Spraitweges als Geleitweg: "nöthige Reparirung ein zeithero in einen fast gäntzlich ohnbrauchbaren Standt gerathen, besonders aber der Bischoffsheimer Berg weiter werde befahren und beritten werden kann, so daß noch ohnlängst ein hießiger Fuhrmann nahmentlich Johannes Humser dasigen Orths dergestalt stecken zu bleiben das Unglück gehabt, daß nicht ohne Zulauff vieler bischoffsheimer Einwohner, wie auch in Gegenwarth ein und anderer der Herren Beamte selbst, mit höchster Mühe und Arbeith die Pferde aus der Enge und Morast sogar geschleifft werden müße."


Siehe https://drive.google.com/file/d/1ZaXK_D_93Dk3NVu9h881OsrHG6gh3gaA/view?usp=sharing


Interessanterweise schreibt man in den Akten vom Sprait als Bischofsheimer Berg und nicht als Gewannnamen Spraat. Büscheme hat mehrere Berge. Aber der Sprait war der Bischofsheimer Geleitberg Richtung Miltenberg. Wegen seiner Steilheit und seines oft sehr schlechten Straßenzustandes bei den Fuhrleuten und Händlern berüchtigt, gefürchtet.

 

Möglicherweise ist auch der Fund des Quecksilbers auf dem Sprait einem Fuhrwerkunfall auf dieser Strecke zurückzuführen. Denn geologisch spricht wenig auf Quecksilber auf dem Spraat, zumal der Fund des Quecksilbers sich nur auf eine oberflächliche Tiefe beschränkte.


Eine Geleitkarte von 1691 zeigt den Geleitweg Richtung Miltenberg über den Sprait. Nach 1772 nutzte man dann den Weg an der Hottenlochshohle direkt an den Hottenlochsweinbergen, auch wenn dieser aufgrund seiner Enge und Gefahr des Abgleitens der Fuhrwerke in den steil abfallenden Hottenlochshohlegraben bei den Fuhrleuten und Händlern berüchtigt war und wohl erst durch den Chausseeausbau verbessert wurde.Möglicherweise wurde der Weg zum Hottenloch hoch auch schon vorher als alternative Geleitstrecke genutzt.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quecksilberbohrungsloch 1909