Laudemer Pfad


Der Laudemer Pfad ist heutzutage auf der Büschemer Markung nicht mehr bekannt. Er ist auch fast nicht mehr sichtbar. Zudem ist er an einen Gemarkungsbereich zu finden, wo ihn keiner vermuten würde. Er ist einer der Wege, Pfade, die nicht auf Büscheme ziehen oder von Büscheme ausgehen, sondern ein Verbindungsweg, der die Büschemer Gemarkung streift, tangiert. Ein Verbindungspfad zwischen Großrinderfeld und Lauda, der unterhalb Forst und entlang der Waldgrenze des Moosigs verläuft. Im Gewann Böse Hof, das allerdings inzwischen als neues Industriegebiet alte Wege weitgehend verschwinden läßt, früher als Pfad diente. Parallel zur heutigen Landstraße Richtung Großrinderfeld, zum Rödersteingraben hinunter zieht eine Hohle, die inzwischen flurbereinigstechnisch bearbeitet wie ein kleiner Graben aussieht. Aber früher von einem Pfad umgangen werden mußte. Der Laudemer Pfad mußt also von Großrinderfeld herkommend, den Regenwedel, also den kleinen Forst umgehen und dann hoch in Richtung des Paimarer Weges ziehen, um dann hinüber Richtung Moosig zu wechseln und über die dortigen Höhen Richtung Distelhausen zu verlaufen. 


Kenntnis vom Laudemer Pfad, genauer Laudamar Pfad, gibt ein Bericht der Gemarkungsumgehung von 1683, von Hendrik Beierstettel transkribiert. Das ist das Schöne an solchen Grenzsteingängen, dass diese nicht nur Auskunft über die aufgefundenen Grenzsteine, deren Alter geben, sondern gelegentlich auch Namen nennen von interessanten Geländebereichen, von Wegen. Hier von einem Grenzstein von 1484 am Laudamar Pfad und von einem Grenzstein von 1400 an einem Graben, der zum Rödersteingraben hinunterführt und " der kliernen" (leider nicht ganz eindeutig lesbar) genannt wird. Ohne die Landschiedernotiz von 1683 wäre der Laudamar Pfad, Laudemer Pfad nicht einmal mehr eine Randnotiz, in der Geschichte versenkt, vergessen.