Appental

Das Appental, ein leicht feuchtes Tälchen. Der Weg über den Stammberg in Richtung Königheim. Der Wald auf den mageren Böden soll sich zu einem Urwald entwickeln. Dazu fehlt noch einiges. Vor allem Zeit. In hundert Jahren und mehr kann man mal nachschauen, ob sich schon was urwaldiges eingestellt hat.

 

Literarisch hat sich im Appental, Appenthal einiges getan. Mehr als es real hergibt. Denn Wilhelm Weigand verpflanzte in seinem Frankenthal in das Appenthal das Lustschloß Monrepos mit großem Park mit Wasserkünsten und Lusthäuschen. Die Topographie des realen Appentals hält allerdings den üppigen Phantasien Weigands nicht stand. Ist und bleibt ein schmales Tälchen. Die Hangschutthalde des Stammbergs in Richtung Dienstadt, entlang des Rinderbaches, stellt sich solchen Phantasien schroff entgegen. 1751 soll dieses Phantasieschloß vom Würzburger Fürstbischof Adam Friedrich von Helmstätt für seinen Neffen Fürst Lothar Franz von Weiningen anstelle eines alten Jagdhauses errichtet worden sein (Nach dem Erzählungen-Band "Der Ring"). Weigand hat diesem Schloß einige Geschichten gewidmet: einmal ging das Schloß in einem Unwetter unter Geröllmassen unter, dann brannten es die Frankenthaler Proleten nieder. Napoleon soll dort übernachtet haben, und Beethoven musiziert, als er in Mergentheim weilt. Real zufinden ist allerdings nur am Fuße des Appentals eine bescheidene christlich-religiöse Versteinerung.