Steinbrüche (Geotope)

Büscheme hatte eine erstaunliche Anzahl an Steinbrüchen. Wenn sie auch mehr kleineren Löchern in der Landschaft glichen. Die zwei größeren Steinbrüche an der Brehmenleite (Wild und Brandel) waren dem Kalkwerk untergeordnet. Die kleinen Steinbrüche eher der Herstellung von Schotter, kleineren Bausteinen. An der Alten Straße nach Würzburg lagen beim Forstbuckel zwei kleine Steinbrüche, heute mit Erde zugeschüttet. Auf dem Brenner gab es auf Höhe der heutigen Goethestraße ebenfalls zwei Steinbrüche, heute unter der Bebauung verschwunden bzw. zugeschüttet. An die kann ich mich noch erinnern, wenn ich auch früher nicht wußte, dass diese Löcher künstlichen Ursprungs war. Mir kamen sie wie Geschwister des Fuhrmannsloches vor. Nur dass hier der Fels zu sehen war. Ein kleiner Steinbruch war im Hang der Hadermannshelle. Heute unter Hecken, Schlehen verschwunden. Auf den Höhen des Spraits hatten mehrere Steinbrüche ihre Lage. Ein größerer Standort wird heute vom Schützenverein mit seiner Anlage eingenommen. Man muss schon in diese Anlage hinein, an ihr Ende gegen den Waldbereich zu, um noch Reste, die an den Steinbruch erinnern, zu finden. H. Beierstettel hat auf einer Fototour durch die Büschemer Fluren dies getan. Im Hangbereich zwischen Karl-Dahl-Weg (Wege zum Sprait hoch) und dem Weg vom Richtplatz (Kreuz, Kapelle) oberhalb der Hottenlochweinberge bis hin zur Kreuzung Külsheimer Straße / Abzweig nach Dienstadt bestanden mehrere Steinbrüche. Entlang des Karl-Dahl-SteilWeges bis hin zur Kapelle waren linkerseits, also direkt westlich, noch die Erdlöcher der Quecksilberbohrungen von 1909 bzw. 1912 (Siehe auch unter Quecksilberbohrlöcher). Oberhalb der Spraitkapelle, im Wald gegenüber dem Hundeübungsplatz findet sich ein wahres Areal von Vertiefungen, Löchern, Gräben. Unklar ob Steinbruch, Quecksilberbohrloch, Doline - allerdings auf keinen alten Karten eingetragen). An der heutigen Einfahrt von der Külsheimer Straße zum Reitplatz gab es einen als Kiesgrube bezeichneten Steinbruch. In der Nähe des zuletzt angelegten Friedhofes gab es wohl noch eine weitere Kiesgrube. Nur die beiden größeren Steinbrüche haben eine Aufnahme als schützenswerte Geotope gefunden, die anderen sind etwas verschämt unter Erde zugeschüttet. Die meisten Steinbrüche dürften nach 1900 angelegt worden sein. Der Stammberg hieß nicht umsonst richtigerweise Steinberg. Büscheme ist nun mal steinreich, selbst in seiner ärmsten Phase des Niederganges nach 1800.


Einige Sagen und Gschichdli tragen die Erinnerung an die heute kaum noch sichtbaren Steinbrüche weiter. Von Hugo Pahl an einigen Stellen in den BBB gesammelt. Unsichtbare Holzhacker sollen noch im Waldstück am Steinbruch auf dem Sprait umhergehen "Wo es hier über umgeht" (109 - unsichtbare Holzhacker) BBB, Seite 27. Ein junges Reh wäre den Steinbruch am Sprait hinabgestürzt und zu Tode gekommen. Ein Vorbeikommender wollte gern davon einen Schenkel haben und bekam diesen auch von den Steinbrucharbeitern. Dabei hatten diese einige Zeit vorher einen alten Hund hier umgebracht, dem dann das Fell abgezogen wurde. Dem Vorbeikommenden schmeckte das Rehfleisch ausgezeichnet. BBB S. 14 "So geschehen im Hungerjahr 1948". 


Die Geschichte "Nicht übel der Einfall" berichtet über die Arbeitsweise eines Steinklopfers. Der also die im Steinbruch gewonnenen Steine als Bruchsteine auf die Feldwege ausbrachte. Also auch als Tagelöhner von der Stadt Büscheme beschäftigt wurde. Genannt die Stadtgarde. Der Steinklopfer hatte ab und zu keine Lust auf das Steinezerkleinern. Dann nahm er eine Trillerpfeife, ließ diese zu Arbeitsbeginn, zu den Pausen, zum Arbeitsende ertönen. Ein unsichtbare Arbeitskolonne richtete ihre Arbeit nach diesen Pfiffen aus, während der Steinklopfergardist den ganzen Tag mehr mit Vespern beschäftigt war. BBB Seite 28



Standort der Büschemer Steinbrüche sowie in blau umkränzt die Quecksilberbohrlöcher






Steinbruch Wild

 

 

 




Steinbruch Brandel