Mühlgasse

Die Herrenmühle, früher auch Mühle hinter dem Schloss, Mühle der Vorstadt, Große Mühle, zuletzt Hofersmühle genannt, wurde 1981 abgerissen, an der Lage noch erkennbar. Nicht mehr an der Hausgestaltung. Der Mühlbach gibt noch die Situation des ehemaligen Mühlganges vor. Eine frühere Besitzerin der Hofersmühle entwendete einer Sage nach Bauern Mehl beim Mahlen. Dafür geht sie jetzt um und man hört sie sprechen: "Moaß unn G'wicht, Geht vor Gottes G'richt." (Siehe Sagen und SpuksenTuD 115. Die ungerechte Müllerin  53) Die Hofersmühle lag also außerhalb der Stadtbefestigung, lag wie die Rollenmühle am Mühlbach. Die Mühlgasse ist eine schon sehr alte Büschemer Gasse. In einer der Büschemer Liobasagen wird von einem gestauten Bach gesprochen. Das weist auf den Mühlbach hin. Da dieser gestaut ist. Also auch schon sehr alt in seiner Anlage ist. Bei der Hofersmühle führt ein schmaler Gang, winkelig, ummauert zur Hinterseite der Mühle, zum Mühlbach mit kleinen Brückchen. Wer einmal in Bali ein Dorf aufgesucht hat, fühlt sich da an die balinesisch-rechtwinklige Gestaltung von Gängen erinnert. Als Schutz vor Geistern. Da diese um Ecken nicht herum können kommen sollen. Ob die hinterwinklige Ummauerung dieses Ganges gleiche Gründe hat? Ob die Umgeherin hier um die Ecken folgen kann? In der Hofersmühle war eine Spedition beheimatet, die für die Bundesbahn die Güter transportierte. Als der Güterverkehr über den Tauberbischofsheimer Bahnhof endete, mußte man das Transportgut aus dem Bahnhof Bad Mergentheim herantransportieren. Stück für Stück beendete die Bahn ihre Transportfunktion, verlor die Kleinstadt wichtige Dienstleistungen ihres Bahnhofes, obwohl der Transport und Güterverkehr immer mehr zunahm. Die Bahn aber nicht flexibel genug war, darauf zu reagieren, mit Zukunftsanforderungen umzugehen. Vom Gütertransporteur ist überliefert, dass wenn er bei seinen Auslieferungen einen anderen Büschemer Transporteur, einem Obsthändler mit seinem Lastwagen begegnete, "So ein Bananebiecher" ausrief. In Tauberbischofsheim gab es nach 1945 einige dieser Bananenbieger sprich Obsthändler. Einige davon im Ostteil der Stadt. Meistens inmitten von Wohngebieten, die damit einen Mischcharakter erlangten.

Links die Herrenmühle (Hofersmühle) in der Vorstadt, die Fortsetzung des Mühlbaches bis zum Oberen Schleusenhäuschen am Schloßweg