Schmiederstraße ehemals Fuhrweg / Schafweg bzw. Grabenweg

Die Schmiederstraße übernahm den früheren Weg auf dem Stadtwall nördlich der Mauer. Wenn auch heute wesentlich breiter als früher. Die Kastanienallee inzwischen beseitigt. Die Schmiederstraße und der Grabenweg waren Geläuf des sonntäglichen Spazierganges von Familien und Jungfern, die Hand in Hand gingen: "Nüü-unn-rüü unn rümm-unn-dümm, dr Groawe rümm, die näue Strooss ä Stückweid naus, hernooch die Stoadt ganz nuff in'd Vorstadt." (Hugo Pahl, BischemerBösiBuwe, S. 65) So der schmiedersträßliche Teil des alten vergangenen Büschemer Sonntagslebens in umkreisender Wiederkehr. Der Stadtgraben ist im unteren Bereich treuer Begleiter der Schmiederstraße. Der obere erhöhte Bereich der Schmiederstraße entwickelte sich nach 1850 zum Amtsviertel Büschemes. Die Neubauten von Spital 1866, Amtsgefängnis 1853, Amtsgericht 1880, Badische Obereinnehmerei und Forstei 1880, Pfarrhaus 1883 siedelten sich hier an und gaben dem früheren Grabenweg ein modernes Gepräge, das sich im Baustil wesentlich vom alten Büscheme abhob. Nach 1900 wurde einseitig der untere Teil der Schmiederstraße bebaut. Mit Ausnahme von Vaters Lichtspiele (1937 erbaut) und der ersten Turnhalle (1882 errichtet). Die auf der anderen Straßenseite erbaut wurden. Der Oberamtmann Mathias Schmieder residierte von 1860 bis 1876 in Tauberbischofsheim. Was seine genaue Verdienste um Tauberbischofsheim waren, ist etwas unklar. Und warum man den Weg, die Straße  auf dem nördlichen städtischen Wall, nach ihm nannte. Im Dritten Reich wurde sie zur Hindenburgstraße. Und als Aufmarschstraße mißbraucht. Die NSDAP-Kreisleitung des Altkreises Tauberbischofsheim, zunächst im Klosterhof residierend, hatte ihr Domizil einige Zeit in der Schmiederstraße. Mit der Zusammenlegung der Kreise Tauberbischofsheim und Wertheim 1936 wechselte die NSDAP-Kreisleitung nach Wertheim. Und ersparte Büscheme die permanente Präsenz eines Kreisleiters Pulver Schmidt. Erst spät wurde die Schmiederstraße als Verkehrsachse entdeckt. Als die Hauptstraße durch die Innenstadt nur noch Einbahnverkehr aufnehmen konnte, als sie in den 1970ern zur Fußgängerzone wurde. Mit der Pestalozzistraße Richtung Hochhausen entstand eine neue Verkehrslinie, die neue Belastung brachte. Ebenso mit der Nordbrücke über die Tauber.