Leihbücher

Nach 1945 entstanden in Tauberbischofsheim drei Verlage, die sich der Leihbücherei widmeten: Drewes (Lion), Hermann Müller und Blaustern. Verlagsgegenstand waren Abenteur-, Jugend- und Sittenromane. Gegen die Sitten verstieß ein Roman von Konsalik, von Drewes 1952 verlegt. Mit einer Nackten auf dem Titelbild. Kaum durch einen roten durchsichtigen Schal etwas verhüllt. 1956 kam der Roman "Warum hast Du das getan, Manon?" auf den Index jugendgefährdender Schriften. Jugendgefährdung ging also auch von Tauberbischofsheim aus. Respekt. 

 

Die Leihbücher wurden nicht über Bibliotheken vertrieben, sondern da wo sich der Massengeschmack fand: Im Tabaklädchen, Schreibwarenladen, Lotto. Eine Schutzfolie verhinderte den schnellen Zerschleiß des Bucheinbandes. Bis an die 1970er Jahre heran konnte sich der Leihbuchhandel halten. Dann beendete der Siegeszug der Taschenbücher dieses Geschäftsmodell, das meistens von der Provinz ausging. 

 

Der Verlag von Hermann Drewes verlegte auch Nachdrucke früher schon erschienener Abenteuer Romane wie die von Olaf K. Abelsen (zuerst erschienen unter dem Pseudonym Max Schraut). Der Verlag Blaustern den italienischen Karl May Emilio Salgari.

 

Eine kurze interessante Einführung in das Leihbücher-Wesen findet sich unter: http://www.lahrer-hinkender-bote.de/art55.html

 


 


 

Der 1952 bei Drewes in Tauberbischofsheim verlegte Roman von Heinz Günther Konsalik: Der Mann, der sein Leben vergass



 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Verlagstext