Pfarr- und Kirchgäßchen


 

Pfarrgäßchen
 

Im "Oechelhäuser" (Die Kunstdenkmäler des Großherzugthums Baden, Amtsbezirk Tauberbischofsheim findet sich auf Seite 202 der Hinweis auf eine direkte Strasse von der Kirche zum Marktplatz, am Templerhaus vorbei. Sie hat wohl auch eine Verbindung von der Kirchgasse / Martinsgasse gehabt. "Wie fast alle größeren Orte der Gegend, so besass auch Tauberbischofsheim sein 'Templerhaus', jetzt ein Hintergebäude der Lang'schen Druckerei, einst als Eckhaus an einer Strasse gelegen, die in der Axe der Stadtkirche vom Chor aus ostwärts führte." Es war wohl mehr eine Gasse, ein Gäßchen, das wir mangels eines vorzeigbaren Namens nach dem alten Stadtviertelsnamen Pfarrgäßchen bezeichnen. In Verbundenheit mit dem kurzen noch bestehenden Stück des von der Liobastraße kommenden Kirchgäßchens. Gehrig Müller schreiben: "Beim Haus am Marktplatz 5 ist hinter dem Einfahrtstor noch die Gasse zu erkennen, die früher einmal vom Marktplatz am sog. Templerhaus vorbau zur Martinskirche führte." Ob sie noch zur ab 1912 neu erbauten Stadtkirche führte scheint zweifelhaft. Zur alten Stadtkirche auf jeden Fall. Die Achse ist ja noch vorhanden. 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 

 


 


 



 




 


 


 

Pfarrgäßchen, Stadtmodell 1750






















 

 

 

 

Pfarrgäßchen, Stadtmodell 1750




 

Kirchgäßchen


Das Kirchgäßchen ist seit dem Abriß der Häuser um das Häckerhaus auf der einen Seitengasse nicht mehr als Gasse erkennbar. Aber noch gibt es ein Schild dazu. Auch wenn dieses fast länger als das Gäßchen selbst ist. Die Stadtkirche war früher fast nur durch schmale Gassen und Gäßchen erreichbar. Die Bebauung reichte bis dicht an die Außenwände der Kirche heran. Nachdem der erste Friedhof direkt um die Kirche an die Peterskapelle verlegt worden war. Dem Kirchgäßchen fehlt die Häuserfront zum ehemaligen Häckerhaus hin. Der Rasenfreiplatz ohne eigentlichen Zweck und Nutzung negiert den engen Gäßchencharakter in ein Freies, in ein weites Rasenfeld der reinen Anschauung der neugotischen Kirchenarchitektur hinein. Früher konnte man die Kirche nur durch die schmalen Gäßchen erreichen. Man sah die Kirche also erst, als man direkt vor ihr stand. Und richtete dann den Blick auf sie. Man hatte eine andere Raumwahrnehmung als heute. Heute soll die Größe der St. Martinskirche den Blick, der schon von der Weite auf sie gerichtet ist, überwältigen. Mit den Treppen geht das Kirchgäßchen in den Kirchplatz / St. Liobaplatz über.


 

Das Schild Kirchgäßchen ist fast länger als die Gasse selbst


 


 


 


 

 

Das Kirchgäßchen - ein Schatten seinerselbst