Gissigheimer Pfad - Metzgerstein

Der Metzgerstein steht an einsamer Stelle. Nicht nur ein seltener Bildstock sondern auch ein eher seltsamer. Da der Bildstockersteller mit seinem Beruf, Metzgerberuf und seinem Schlachtvieh abgebildet ist. Der Bildstock gibt auch Auskunft über die Erstellung:

"Ich Jörg Weimer Burger und Metziger zu Bischofsheim hat dies Bilt got zu Lob und Ehr Dahier Machen lasen Diweil ihn got mit Gesundtem Leib so oft über den Berg aus und ein geholfen. Got wol ihm und den seinigen allen frommen Metzigern weiter und länger Genadt verleih Durch Jesus Christum Amen 1608."

 

Der Gissigheimer Pfad weist den alten Wegecharakter auf. Steiler Anstieg in die Höhe, Hohlwegcharakter. Teilweise fällt der Weg knapp am Rand tief in eine Schlucht hinab. Fast senkrecht. Was dem Weg wohl auch einen gefahrvollen Charakter gab. Verdunkelt von der begleitenden Bewaldung. Es gibt auf der Büschemer Gemarkung einige Mordkreuze, die tatsächliche Gefahren aufzeigen. Sei es Überfall, sei es Unfall. Von einer Errettung des Schlachtviehs ist nichts bekannt. Es gibt allerdings eine Spukse, die von einem Mordkreuz an der Stelle des Metzgersteines berichtet.

 

Der Gissigheimer Pfad geht in der Siedlung des Dittwarer Bahnhofes in den Wieselweg über. Hier findet man auch die Bezeichnung dieses Berges als Wieselberg wieder.

 

Wenn die Gissigheimer in Büscheme etwas kaufen mussten, nutzten sie den Gissigheimer Pfad. Der durch einen dunklen Tannenwald führte. Ein Steilhang fällt sehr tief, sehr rasant, vom Gissigheimer Pfad an einer Seite ab. In eine tiefe Schlucht. Den Mangersgraben. Manger war ein Taugenichts aus Gissigheim. Nach seinem Tode ging er in Gissigheim um. Schaute aus dem Fenster heraus, verwünschte die Vorbeigehenden. Als es gelang, den Geist in eine Flasche zu bannen, warf man diese in die tiefste Schlucht der Umgebung. Das war der Mangersgraben.

 

Auch in der Sage "Der Goldschatz im Eierkorb" spielt der Gissigheimer Höhenweg eine Rolle. Bischemer kamen den Gissigheimer Pfad herunter, sie hatten Eier gekauft. In der Nähe des Dittwarer Brückleins über den Brehmbach wurde der Eierkorb sehr schwer. Ein winzig kleines Männlein saß im Korb. Das fuhr heraus  wie der Blitz und mit viel Gelächter, verschwand im Wiesenbachwald. Zuhause stellten die Fauen fest, dass sie nun statt Eier Golddukatenstücke im Korb hatten. Das Patrismännlein war ihnen erschienen. Und hatte nichts Böses sondern sehr Gutes getan.