Mangersgraben

Manger war ein Taugenichts aus Gissigheim. Nach seinem Tode ging er in Gissigheim um. Schaute aus dem Fenster heraus, verwünschte die Vorbeigehenden. Als es gelang, den Geist in einen Krug zu bannen, warf man diesen in die tiefste Schlucht der Umgebung. Wenn auch nicht auf Gissigheimer Gemarkung. Das war der Mangersgraben. In der Sage lautet die Ortsangabe hinter dem Dittwarer Bahnhof. Damit fangen die Schwierigkeiten der genauen Bestimmung dieser tiefen Schlucht an. Hinter dem Dittwarer Bahnhof. Nicht der größte Bahnhof. Zumal nicht auf der Dittwarer Gemarkung. Ein Büschemer Bahnhof. Das Dittwarer Bahnhof benennen brachte den Büschemer Bahnhof an der Tauberbahn um den Hauptbahnhof. Man hätte den Dittwarer Bahnhof nach den Fluren nennen können. Also z. B. Wiesenbachbahnhof, Schleicherbahnhof, Bachflurbahnhof, Rohrwiesenbahnhof. Oder nach den beiden Bächlein: Brehmbachbahnhof, Muckbachbahnhof. Oder nach dem sagenhaften Mangergraben: Mangersgrabenbahnhof, Mangerbahnhof. Oder nach der Brücke über den Brehmbach: Dittwarer Brücklebahnhof. Kommen wir zum Hinter dem Dittwarer Bahnhof zurück. Das ist in erster Linie der Wiesenbachwald. Zu nennen sind hinter dem Dittwarer Bahnhof in erster Linie der Bildstock des Metzgersteines und der Gissigheimer Pfad. Der Fußweg Richtung Gissigheim. Der Gissigheimer Pfad tangiert einen Graben. Leute, die ihn kennen, von früher kennen, beschreiben ihn als tiefe Schlucht. Beschreiben und bemängeln auch gleich, dass der Graben, teilweise, aufgefüllt wurde. Wie es so in den den 1960er Jahren schreckliche Mode war. Alles wurde nivelliert. Gleich gemacht. Alles tiefe aufgefüllt. Wenn dieser Graben am Gissigheimer Pfad der Mangersgraben ist, dann wurde der in der Schlucht liegende Krug des Mangers womöglich noch tiefer vergraben als bisher. Nun unter Bauschutt verborgen. Hinter dem Dittwarer Bahnhof gibt es allerdings noch einen Graben, eine Schlucht. Mehr in Richtung Königheim. Hinter den Mottschen Manufakturgebäuden. Von Dittwar noch weiter entfernt als der Graben beim Gissigheimer Pfad. Die Mangersage ist vor allem eine Dittwarer Sage, auch wenn es um einen Gissigheimer geht - wenn auch um einen Umgänger - und auf Büschemer Gemarkung die Verbergung des Kruges stattfindet. Klingt fast wie eine perfekte Strategie von der eigenen Gemeinde abzusehen und auf andere zu verweisen. Besonders wenn es um einen doch eher bösen Umgänger geht. Da die Mangerssage vor allem eine Dittwarer Sage ist, kann man daraus verstehen, dass der Manger möglichst weit weg von Dittwar verbracht wurde. Also eher nicht in die Schlucht beim Metzgerstein, genauer beim Gissigheimer Pfad. Also eher in die Schlucht, die hinter dem Dittwarer Bahnhof und den Mottgebäuden liegt. In Richtung des Bischofsheimer Gründleins gibt es noch kleinere Andeutungen von Gräben, die aber nicht die Tiefe haben, wenn es darum geht, einen Geist von Dittwar fern zu halten. Das Bischofsheimer Gründlein hat ja zwischen den beiden bewaldeten Hängen auch etwas Schluchtartiges. Wird aber zu sehr landwirtschaftlich bebaut, um dort einen Krug mit einem bösen Geist zu versenken.


H. Beierstettel ist in die beiden Gräben gestiegen, die als Mangersgraben zur Verfügung stehen:



Graben neben dem Gissigheimer Pfad



Graben tiefer im Wiesenbachwald, endend oberhalb der Mottgebäude




Mangersgraben? neben dem Gissigheimer Pfad

 

 





Mangersgraben? beginnend / endend oberhalb der Mott-Gebäude