Tannenwald - Herrentisch - Hain - Arschkerbe

Diese Fluren liegen weit entfernt von der Stadt Büscheme. Hochhausen. Dienstadt zu. Dass hier viele Tannen und Nadelhölzer wachsen weist auf eine frühe Aufforstung hin. Einige Sagen begleiten diese dunkle Gemarkung. Die Entfernung zum Stadtbereich förderte wohl den Sagencharakter. Merkwürdig ist besonders die Lage dieser Fluren, die eher zur Hochhausen gehörig scheint.

 

Eine Sage verkündet, dass Büschemer Stadträte den Hochhäuser diese Flur durch Meineid abgeluchst hätten und deshalb zur Strafe als Geister hier Bäume fällten, in einer enormen Geräuschkulisse.

 

Ein junges Mädchen, das hier der Sage nach ermordet wurde, schwebt als weiße Gestalt durch das Gewann Hain.

 

Am Herrentisch entdeckte ein Bauer einen Aschenhaufen. Etwas Asche stopfte er in seine Pfeife. Morgens sah er statt Asche Gold. Den großen Aschenhaufen aber fand er nicht mehr.

 

Tierisches gibt es in Sagengestalt vom Tannenwald zu berichten. Ein riesiger Pudel mit einem Schlüssel im Mund stellte sich einem Bauer entgegen. Wer dem riesigen, löwenhaftigen Pudel den Schlüssel aus dem Mund zieht, wird sicherlich zu verborgenen Schätzen geführt.

 

Während ein Kälbchen denjenigen, der es fortführen will, unweigerlich in einen tiefen Abgrund zieht.

 

Die Arschkerbe spricht dagegen für sich selbst. Mit ihrer Geländeform. Einem schön gewellten Popo. Mit einer tief eingeschnittenen Analfalte.

 

Der Flurnamen Am Herrentisch wird auch als Herrentischgraben aufgeführt. Liegt im Tannenwald in Richtung Hunzenberg sowie Leintal. Seinen Namen hat er vom Grenzgang, vom Gemarkungsgang. Hier wurde eine Pause eingelegt. Sowie von Verhandlungen über Holzverkäufe. Die Herren saßen hier zu Tisch. Bei Speis und Trank. Wohl auf steinernen Tischbänken (She. Gehrig / Müller, S. 176).

 

Den Hain kennt man heute kaum noch. Den Hoa. Die Bischemer Böse Buwe bringen eine Büschemer Unterhaltung zweier Büschemer Urtypen über Roa (Rain, Gassrain) und Hoa. Auf Seite 69. Wunderbar in ihrer Kürze und referierender Wortwiederholung. Diese Beziehung zwischen Roa und Hoa habe ich in einer Verballhornung etwas absurd aufgenommen:


 

"# Gudden Daach, Doud!

- Gudde Doach, Doud!

# Wuu gehst'n hie, Doud?

- Naus'm Roa(n), Doud.

# Woas, naus'm Hoa(n), Doud?

- Noa(n) Doud, naus'm Roa(n), Doud.

# Sou Doud, naus'm Roa(n), Doud?

- Jaa, Doud, naus'm Roa(n).

# Sou, Adee Doud!

- Hä? Ja sou, adee Doud! Adee Doud!"


 

In zwei Sagen wird von einer Burg, im Tannenwald, berichtet. Der Tannenburg. In der Sage vom Brenner. Hier soll ein unterirdischer Gang zwischen der Burg auf dem Edelberg und der Tannenburg angelegt werden. In der Sage vom Silberbrünnlein hat der rote Hofbauer den Ritter der Tannenburg als Schwiegersohn. Der Wolfsturm wird also für eine Burg, die Tannenburg, gehalten.

 

Um den Wolfsturm herum geht zudem der Schimmelreiter um.