Kasernenstraße

Die Kasernenstraße ist mit der Errichtung der Kaserne gebaut worden. Also eine Garnisionsstraße. Sie trennt zusammen mit der Umgehungsstraße der ehemaligen B27 die Schlacht vom Mändele. Heute nimmt keiner mehr Schlacht, Cent, Mändele als landschaftliche Einheit wahr. Die Schlacht ist völlig als Wohngebiet isoliert. Unten von der Mergentheimer Straße, verkehrsreich, zum Büchelberg, zur Cent hin von der Umgehungstraße, von der Kasernenstraße. Der Laurentiusbergweg, die Steige, der ehemalige Geleitweg Richtung Grünsfeld wurde von der Umgehungsstraße unterbrochen. Ist nicht per Auto durchgängig befahrbar. Das Brückchen über die Umgehungstraße ist den Fußgängern vorbehalten. Ab der Laurentiuskapelle übernimmt die Kasernenstraße die Linienführung der Steige. Die damit noch mehr an Zusammenhang verliert. Bei der Einbiegung in die Verbindungstraße zwischen Mergentheimer Straße und Umgehungsstraße tritt der Muschelkalk teilweise hervor. Straßenpflegerisches Begleitgrün herrscht an den Hängen. Die Kasernenstraße wird heutzutage ziemlich befahren. Zum einen viele Autos, die auf die Konversionsfläche fahren, dort arbeiten, Termine haben. Das Industriegebiet beginnt immer mehr zu leben. Samstag gehört die Kasernenstraße den Grüngut Anlieferern, die zum Kompostplatz wollen. Dieser begrünten Verharmlosung des früheren Müllplatzes. Dessen ausströmende Sickerwässer am Hang die biologisch-chemische Zeitbombe dieser Müllplätze aus den 1960er Jahren verdeutlichen. Hier nichtet die Kasernenstraße, oder sollte sie hier schon die Panzerstraße sein, die früher tief eingeschnittene Schlucht am Neuberg (Siehe dazu Neubergschlucht; als Einzelskizzen die Neubergschlucht vorher und nachher). Das übelste Erbe der Existenz der Kasernen- und Panzerstraße. Nur negativ übertroffen durch die Mülldeponie, die sich an dieser Stelle breit machte und den oberen Bereich der Neubergschlucht mit Müll überfüllte. Heute verdeckt durch die landschaftspflegerischen Baumsetzungen am Hang. Das gräßliche Elend landschaftspflegerischer Begleitmaßnahmen. Das nackte Elend zu begrünen. Oberflächlich ungesehen zu machen. Die Kasernen/Panzerstraße endet nach einem Schwenk vor den Munitionsbunker, vor dem Wachthaus zu ihnen, trifft hier wieder die Steige, die alte Geleitstraße. Panzer fahren nicht mehr auf ihr, eine Kaserne gibt es auch nicht mehr. Die Kasernenstraße erzählt von einer Zeit, in der Landschaft als Raumwiderstand nicht mehr vorkam. In der Landschaft als Landschaftsbild keine Rolle mehr spielte. Man konnte alles neu gestalten. Von historischen Bezügen verstand man nichts mehr, an ihnen war man nicht interessiert. Stand ein Bildstock, ein Sühnekreuz im Wege, stellte man ihn bzw. es einfach woanders auf oder man machte ihn bzw. es ganz weg. Motzte ein Büschemer gegen die Landschaftsverschandelung bezeichnete man ihn als Landschaftsapostel. Hatte ihn damit isoliert, diffamiert, lächerlich gemacht. Einer der dem modernistischen Fortschritt nur im Wege stand. Die Geschichte der Büschemer Bildstöcke und ihrer Verluste ist bisher noch nicht komplett erzählt worden. Der Bildstock-Beierstettel ist hier allerdings schon fleißig dran.