Zehntgasse

Eine erstaunliche Gasse mit historischem Klang. Man könnte sie fast als Scheingasse bezeichnen. Die Zehntgasse tut so, als wäre sie immer Teil der oberen Vorstadt gewesen. Das war sie aber nie. Nie Teil der historischen Vorstadt. Lage und Namen der Gasse scheinen historisch zu passen. Erst der genaue Blick auf die Gasse, in die Gasse hinein, zeigt das Fehlen älterer Häuser an. Der noch vorhandene Bestand ist kaum älter als 1900. Oder knapp davor. Zudem fehlt heute schon einiges an diesem nach 1900 errichteten Häuserbestand. Deshalb wirkt der Bereich der Zehntgasse ab der Mühlgasse modern, modernisiert. Man erzählte uns gern früher, der Name der Zehntgasse käme von einer hier stehenden Zehntscheune. Ein Blick auf das Büschemer Stadtmodell des Hausbestandes um 1750 herum verdeutlicht, dass es an dieser Stelle keine Gasse, keine Häuser, Scheunen gab. Was uns heute als selbstverständliche Verbindung zwischen Mühlgasse und Dittigheimer Straße erscheint, ist also erst nach 1800 ins Stadt- und Gassenbild dazukommen. Oder gar erst nach 1900. Der schönste Teil der Zehntgasse, der mir persönlich immer gut gefallen hat, die Einmündung in die Dittigheimer Straße, mit den Mauern dürfte erst mit der Errichtung der alten Gymnasiums Turnhalle, errichtet worden sein. Also um 1903. Solange mußte das Gymnasium auf eine Turnhalle warten. Als Grundschüler gingen wir auch noch in diese Halle. Die schon längst in die Jahre gekommen war. Und mit ihrer Kleinheit, den zu kleinen Maßen des Feldes nicht mehr zu heutigen Ballsportaktivitäten passte. Auch die 1955 errichtete Turn- und Festhalle war im Hallenbereich zu klein angelegt. Wir kickten allerdings in der TSV-Jugend noch einige Hallenfußballturniere darin. Oder trainierten einige Zeit lang in der Handballjugend in der Festhalle. Bis dann die Halle in der Pestalozziallee neue Größe und neuen Komfort bot.


Im Stadtmodell von 1750 gibt es die Zehntgasse zwischen Mühlgasse und Dittigheimer Straße nicht. Es gibt auch keine Gebäude an dieser Stelle