Hochwasser

Bischofsheim, Tauberbischofsheim ist eine Stadt von Hochwässern. 1784. In der Altstadt wird ein höchst erstaunlicher Hochwasserstand verzeichnet. Auf einer Markierung festgehalten. 200 Jahre später. 1984 sucht ein Hochwasser die Altstadt wieder heim. Obwohl die Tauber begradigt ist. Wälle vorhanden sind. Das Hochwasser von 1984 kommt nicht entlang der Tauber. Sondern durch das Brehmbachtal. Über das Taubenhaus findet das Hochwasser seinen Weg in die Altstadt. Da Barrieren wie das Tauberstadion, der Wall an der Tauberbrücke, den Abfluß Richtung Tauber behindern, beschweren. Das Hochwasser von 1784 ist nur zu verstehen, wer die damalige Situation an der Tauberbrücke kennt. Die war nicht siebenbogig, sondern neunbogig. Zwei der Bogen fingen direkt am unteren Stadttor an. Wer den Mühlbach in Richtung Hammel folgte, also in die dunkle Überbrückung hinein, konnte einen Teil des ersten Bogens erkennen. Die äußeren Bogen der Tauberbrücken waren durch Schlamm verlandet. Boten kaum noch Abflussmöglichkeiten für die Tauberfluten. Die Tauberbrücke hatte eine steinere Brüstung. Auch diese verhinderte den Abfluss bei Hochwasser. 1784 staute sich das Tauberwasser an der Tauberbrücke. Durch die äußeren Bogen gab es keinen Abfluss. Das Wasser stieg so an der Tauberbrücke an. Links war die Stadtmauer, rechts ein dammartiger Anstieg. Das Hochwasser von 1784 stieg soweit an, dass es die Brüstung übersteigen konnte. Das Wasser, dass in die Altstadt eindrang, erreichte deshalb diese Höhe, diese so erstaunliche Höhe. Einwohner begannen die steinere Brüstung der Tauberbrücke einzureißen. Das Wasser konnte so abfließen. Richtung Impfingen.
 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

An der in den 2010ern errichteten allerneuesten Tauberbrücke zeigen Linien frühere Hochwasserstände an. Leider nicht den von 1784 mit 177.84 m über NN. Der von 1984 darf über die tatsächliche Dramatik nicht wegtäuschen, da hier das Brehmbachtal und nicht die Tauber Handlungsraum des Hochwassers waren. Ohne Wall würde Tauberbischofsheim desöfteren im Hochwasser abtauchen. Zumindest Teile der Altstadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

Brehmbachhochwasser von 1984 


 

 


 


 


 
 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Über die genaueren Umstände und Abläufe des Hochwassers von 1984 berichten diese Links:

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckhaltebecken_Gissigheim

 

http://info.koenigheimer.com/koenigheim/hochwasser.htm

 

 


 


Tauberverlauf vor der Begradigung 1864-1866 und Neubau der Tauberbrücke 1847


Die Hochwassersituation der Tauber bei Tauberbischofsheim wurde lange diskutiert. Die Gemeinde wollte möglichst dass der Staat Baden finanziell die notwendigen Umbauten trägt, während der Staat möglichst die Gemeinde finanziell verpflichten wollte. Man stritt sich lange um die Ursache der Hochwässer. Der Staat verwies auf den Mühlbach, der mit Rückstau das Hochwasser verursachen sollte und schlug eine Verlängerung des Abflusses in die Tauber um ca. 400 m weiter in Richtung Impfingen vor. Auf Kosten Büschemes. Büscheme verlangte Jahrhunderte lang den Brückenzoll, seit Büscheme zu Baden gehörte, kassierte diesen der Staat Baden. Deshalb argumentiert der Büschemer Rat, dass Baden Eigentümer der Brücke sei und diese neu bauen müßte. Nicht mehr in der massiven steinernen Bauweise, da diese den Wasserabfluss der Tauber verhinderte. Sondern eine Holzbrücke auf steinernen Pfeilern. Und drängte auf eine Begradigung der Tauber. Auf Kosten des badischen Staates. Die Karte zeigt, welche Bogen und Knicke die Tauber bei Bischofsheim schlug. Und wie tief die Tauber in die Tauberwiesen einbog. Beim Bau der Festhalle 1955 stieß man dort auf den früheren Verlauf der Tauber. Es mußten deshalb besondere Maßnahmen bei der Fundamentierung getroffen werden, da der Untergrund wenig standsicher war. Beim Haus Schönleber konnte man früher (um ca. 1955) noch Teile des ehemaligen Niederufers sehen. Vermutlich lag vor der Stadtgründung der Bereich bis zum Hanganstieg ab dem Marktplatz bei Hochwasser unter Wasser. Mit dem Bau der Stadtmauer und der vorgeschalteten Wälle und Dämme drängte man das Hochwasser etwas zurück. Es konnte aber immer noch Teile der unteren Altstadt erreichen. Es ist zu berücksichtigen, dass früher die Tauber wesentlich tiefer lag als heute. Besonders die alte gewölbte steinerne Tauberbrücke sorgte im Laufe der Jahrhunderte für kräftige Sedimente, Ablagerungen. Man fand ja bei der Tauberbegradigung an mehreren Stellen alte Grenzsteine, die meterweis über den alten Grenzsteinen angebracht waren. Das Flußbett der Tauber stieg in die Höhe, die Uferbereiche, die begleitenden Wiesen ebenso. Und erhöhten damit auch die Hochwassergefahr und die Gefährdung der vom Hochwasser erreichbaren Flächen.


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


  


 

Hochwasser 2014