Zwinger

Die heutige Gasse, die mit Zwinger benannt wird, ist nicht identisch mit der tatsächlichen Lage des oberen Stadtthorzwingers. Der eine doppelte Ummauerung und viele zusätzliche Türme hatte. Und hieß früher Burggasse. Zum Schloß hin gab es noch die Doppelummauerung des Schlosszwingers. Der obere Thorzwinger war ungefähr auf der Höhe des ehemaligen katholischen Knabenstudienwohnheimes. Im roten Buntsandsteingebäude. Im Bedrohungsfall wurden im Zwingerbereich Weidevieh untergebracht. Nach 1550 waren die Stadtmauern aufgrund der enormen Entwicklung der Feuerkraft der Kanonen sowieso kaum noch nützlich. Man konnte mit den Kanonen weiter, höher schießen. Vorher wurde das Geschütz als mauerbrüchiges eingesetzt. Man versuchte eine Lücke in die Stadtmauer zu schießen, durch die man dann in die Stadt eindrang. Mit der Erhöhung der Feuerkraft war es leicht in die Stadt hineinzuschießen, was aufgrund der Baustruktur zu kaum löschbaren Bränden geführt hätte. Das war allerdings auch kaum im Interesse des Feindes. Man wollte in der eroberten Stadt übernachten, dort Quartier beziehen, Vorräte einnehmen, Geld einkassieren. Als die Schweden im Taubertal vorrückten, übergaben die Büschemer ihre ummauerte Stadt kampflos. Ebenso leicht ergab man sich den Franzosen. So gelang es TauberBischofsheim die großen Kämpfe auch ohne große baulichen Verluste zu überstehen. Nur 1866 und 1945 gab es innerhalb der Stadt zerstörte Gebäude.


 


 

Ganz ungefährlich war der Sage nach das nächtliche Leben am Zwinger nicht. Nachts, wenn das Tor schon geschlossen war, erschien ein Kopfloser, der seinen Kopf unter dem Arm trug. Trotz dieser schwierigen Situation vom Kopf her brüllte er mit kräftigster Stimme: "Aufmachen". Kam der Torwärter dem nicht sofort nach, riß der Kopflose ein Stück der Mauer nieder. Warf mit den herausgelösten Steinen um sich. Dann schritt die Erscheinung in die Stadt hinein. Verschwand in den Gassen. Wer ihr begegnete blieb wie versteinert stehen (Siehe Bischemer Bösi Buwe, Seite 90).