Gemarkungsgrenzsteine - Gemarkungssteine

Bischofsheim hat Gemarkungsgrenzen gegenüber Dittigheim, Dittwar, Dienstadt, Hochhausen, Impfingen, Großrinderfeld, Grünsfeld, Königheim. Alte Gemarkungssteine sind an den Grenzlinien positioniert. Und das seit Jahrhunderten. Die Gemarkungssteine zwischen Dittigheim und Tauberbischofsheim waren auch Grenzsteine unterschiedlicher Herrschaften. Nicht nur einfach nur Kennzeichnung einer anderen Ortsgemeinde. Was Jahrhunderte alte Rivalität verständlich macht. Die heute immer weniger auftritt. Der älteste Gemarkungsstein ist in den Grünsfelder Tannen zu finden. Von 1308. Hier finden sich neben dem Mainzer Rad drei kleingeschriebene b. Auf der Rückseite das G für Grünsfeld. Das große B, dann dreifach vorhanden, wurde erst wesentlich später bei den Grenzsteinen für Bischofsheim genutzt.

 

Ein Grenzgang entlang der Grenze TauberBischofsheim - Großrinderfeld zeigt das Spannende eines solchen Ganges. Siehe dazu unter:  

Grenzgang Bischofsheim-Großrinderfeld  

 

Sechs Hefte mit Verzeichnis der Grenzsteine und genauen Beschreibungen des Grenzverlaufes finden sich im Stadtarchiv. Weitere im Staatsarchiv Würzburg. Da ließe sich doch ein Stoff daraus machen. Besonders wegen fest gehaltener Grenzstreitigkeiten. Die könnte man doch wieder aufleben lassen. Und besonders den Grenzgang als gemeindlichen Akt. Leider sind einige der Grenzsteine nur funktionslos und ungeordnet im Tauberfränkischen Museum versammelt. Bar ihrer territorialen Bedeutung zusammen gestellt. Die Erstellung eines Verzeichnisses, die Verortung auf Lageplänen, die fotographische Ablichtung der Grenzsteine, eine genaue Beschreibung der Wappen und Inschriften, die Wiederbelebung des Grenzganges wären schöne historische Projekte. 


 

1580 wurden in der Grenzbeschreibung 99 Gemarkungs-Grenzsteine aufgelistet. 1749 dagegen schon 115. Die Begradigung der Tauber, der Ackerbau, der Truppenübungsplatz, Ausweisung des Gewerbegebietes TBB/Großrinderfeld usw. führten zu einer Verminderung des Bestandes von Gemarkungssteinen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nahezu exterritorialer Gemarkungsstein vor der St. Martinskirche; als ob die Kirche hier einen eigenen Vatikansstaat hätte

 

Abstieg vom Gemarkungsstein zum Polderstein?

 

 

Gemarkungsgrenzsteinfeld beim Schloss

 

 

Gemarkungsgrenzsteinfeld beim Schloss

 

 

Gemarkungsgrenzsteinfeld beim Schloss

 


Gemarkungsgrenzsteinfeld beim Schloss

 


Gemarkungsgrenzsteinfeld beim Schloss.

 

 

 

 

 

 

 

Dreimärker

 

 

Dreimärker markieren den Gemarkungsgrenzpunkt, an dem drei Gemarkungsgrenzen zusammenlaufen, wie im Wiesenbach die Gemarkungen von Büscheme, Dittwar und Königheim, im Forst die Gemarkungen von Büscheme, Impfingen und Großrinderfeld. Von Büscheme, Dittigheim und Grünsfeld.

 

 

 

Dreimärker TBB-Dittwar-Königheim, Wiesenbachwald

 


Dreimärker Büscheme, Großrinderfeld, Impfingen

 

 

  

 

 

Die "jüngsten" Gemarkungssteine

 

Um 1840 wurden an markanten Stellen einige Gemarkungssteine neu gesetzt. Dabei wurde größere Grenzsteine als bisher verwendet. Sie ragen auch deutlicher als die früheren aus der Erde heraus. An der Büschemer - Dittigheimer Grenze wurde nochmals 1863 ein mächtiger Gemarkungsstein gesetzt. An der Büschemer - Großrinderfelder Grenze noch nach 1870. Wohl damit auch die jüngsten Gemarkungssteine auf Büschemer Gemarkung.

 

 

 

 

 

 

Gemarkungsstein von 1863

 


Gemarkungstein von 1876

 

Gemarkungsstein von 1872

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ende eines Gemarkungssteines

 

 

Das Ende eines Gemarkungssteines

 

 

 

Viele Gemarkungssteine sind inzwischen verloren gegangen. Oder wurde an eine andere Stelle gesetzt. Um das tauberfränkische Museum im Schloß herum. Hier hat ein Landwirt einen mächtigen Gemarkungsstein voll getroffen. Hier könnte ein weiterer Verlust auftreten.

 

 

 

 

Hinweis auf aufgelassene Siedlung

 

Im Fahrenteil ist ein Grenzstein zu finden, auf dessen Oberfläche die Linienführung in drei verschiedene Richtungen zeigt. Obwohl hier die Gemarkungsgrenze von Büscheme und Impfingen verläuft. Möglicherweise weist diese irritierende Linierung auf die aufgelassene Siedlung Fahrental hin, die hier an diesen Gemarkungspunkt ihre Grenze hatte. Später wurde die Gemarkung Fahrental zwischen Impfingen und Büscheme aufgeteilt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Topographische Position von Gemarkungssteinen

 

 

Gemarkungssteine wurden nicht immer entlang von Wegen, Gräben, Waldrändern gesetzt. Manchmal verläuft die Grenze auch fern von klaren Wegen. Vor allem im Wald. Meistens markiert ein kleiner erkennbarer Graben hier die Gemarkungsgrenze. Auf dem Höhberg ist ein Gemarkungsstein mitten in einem Steinriegel zu finden. Und damit von lauter Lese- und Grabesteinen umgeben. Eine feste Verankerung wie ansonsten im Erdgrund ist hier allerdings nicht gegeben.