Fußgängerzone

Die Büschemer Fußgängerzone. In den 1970er Jahren eine der ersten. Wenn auch zunächst nur der obere Teil der Hauptstrasse. Ganz wollte man das Auto nicht aus Büscheme, aus dem Büschemer Geschäftszentrum weg haben. Den großen Marktplatz nicht davon frei haben. Die untere Hauptstrasse zog also erst später als Fußgängerzone nach. Nach und nach möblierte man die Fußgängerzone. Mit Betonkübeln, Sitz- und Spielgemöglichkeiten, später pflanzte man Bäume. Die Fußgänerzone machte also Planermoden mit. Die in Büscheme herrschenden Ideen sind die Ideen der in Büscheme Herrschenden. Was die Gestaltung des Bodenbelags der Fußgängerzone angeht, waren das ästhetisch gesehen, auch praktisch genommenen, nie die besten herrschenden Ideen. Die alten Platten, zu groß, zu dünn, brachen, wackelten, verschmutzen, da zu hell. Jeder Kaugummirest hinterließ nahezu ewige Spuren. Gelernt hat man bei der Neupflasterung nicht daraus. Die herrschenden Ideen in Büscheme blieben bescheiden, lernten nicht von dem alten Plattendebakel. Man lernte nur, dass die Platten nicht mehr so dünn sein dürfen. Man wählte nur wesentlich dickere, die nicht mehr so schnell brechen sollten. Die neuen Granitplatten stehen im Kontrast zu den Gebäuden. Aus einem Guß wirkend, ohne jegliche Patina. Hier die Gebäude der Altstadt, da die Platten der Neupflasterung. Das Neue passt sich nicht dem Alten an. Es legt sich mit dem Alten an. Das Neue trägt keine Historie in sich. Das Neue muss aufwendig gereinigt werden. Wenn auch erfolglos. Sieht nach der Reinigung fast wie vorher aus. Mit der Fußgängerzone wollte man das Geschäftszentrum der Innenstadt stärken. Das gelang nur kurze Zeit. In Büscheme zogen die großen Ladengeschäfte erst verspätet in den 1980er Jahren an ihre Außenpositionen. Waren mit dem Auto permanent erreichbar. Hatten Ladengrößen, Ladenflächen, die in der Innenstadt nicht möglich waren. Immer mehr kleinere Geschäftsläden gaben auf. Fanden keine Nachfolger mehr. Leerstand macht sich breit. Immer mehr Geschäftslädenschaufenstersimulationen sind zu sehen. Die untere Fußgängerzone kann sich noch gegenüber der oberen einigermaßen halten. In der oberen Fußgängerzone zieht immer mehr Leere denn geschäftiges Einkaufstreiben ein. Die Neugestaltung der Fußgängerzone verdoppelt diese Leere. Sie animiert nur zum schnelleren Durcheilen, nicht zum längeren Verweilen.